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Freitag, 24-05-2019
19.04.2019

Herrliche Orgelklänge in Rentrisch

"Die Späth-Orgel der Rentrischer Pfarrkirche", "Bisher 20.000 Euro gespendet für die Orgelrenovierung", "Die (Orgel-) Weichen in Rentrisch sind gestellt", "Renovierung der Rentrischer Späth-Orgel geht voran": Dies sind einige Überschriften, die zu bisher veröffentlichten Texten gehören, welche die Renovierungsarbeiten an der genannten Orgel betreffen. Mit dem Satz "Herrliche Orgelklänge in Rentrisch" kann nun eine weitere Überschrift hinzugefügt werden.

Denn seit Palmsonntag, 14. April, ertönt die seit einigen Tagen 70 Jahre alte Orgel wieder in voller Klangpracht.

Erinnern wir uns an die Geschichte der Pfeifenorgel in der Rentrischer Pfarrkirche Heilige Familie: Das Instrument ist ein Werk der Gebrüder Späth aus Ennetach-Mengen. Ausgestattet ist die Orgel mit 22 Registern, verteilt auf 1464 Pfeifen in Holz und Metall, elektrisch gesteuerten Kegelwindladen und elektrischer Spiel- und Registertraktur. Die Einweihung durch Dechant Braun aus Saarbrücken erfolgte am 3. April 1949, ebenfalls einem Palmsonntag.

Organist Alois Maria Müller aus St. Ingbert spielte das damals neu installierte Instrument und begleitete die Solisten Maria Grell, Sopran und Christian Zentes, Tenor, sowie den Kirchenchor Cäcilia Rentrisch unter der Leitung von Josef Leinhäuser bei den gesanglichen Aufführungen.

Doch im Jahre 1994, nach vermehrt auftretenden Ausfällen der Orgel und den damit verbundenen Reparaturen und Kosten, die letztendlich nur Stückwerk blieben, wurde der Spieltisch abgeklemmt und das Instrument außer Dienst gestellt. Gleichzeitig wurde eine elektronische Orgel installiert. Diese war nach über zwanzig Jahren reparaturanfällig und teilweise sind benötigte Ersatzteile nicht mehr zu erhalten. Daher kam der Gedanke auf, die Pfeifenorgel, noch als komplette Einheit erhalten, zu renovieren und in voller Klangpracht wieder erklingen zu lassen.

Bereits am 24. April 2004 untersuchten der aus Rentrisch stammende Orgelbauer Hubert Tabellion und Franz Rebmann die Orgel mit der Maßgabe festzustellen, welche Arbeiten auszuführen seien bis zu einer Wiederindienststellung. Ein danach erstelltes Gutachten der Firma Orgelbau Mayer aus Heusweiler ergab einen Betrag von fast 54.000 Euro. Doch damals waren die benötigten Gelder nicht vorhanden.

Marc Schönenberger, Organist in Rentrisch, griff 2014 das Orgelthema wieder auf. Nach einer Sitzung des Pfarrgemeinderates mit anschließender Befragung der Gemeindemitglieder stand fest, dass als einzige Möglichkeit für viele Jahre nur die Renovierung der Pfeifenorgel sinnvoll ist.

Fast auf den Tag genau nach zehn Jahren, am 22. April 2014, nannte das aktualisierte Kostenangebot der Firma Mayer einen Betrag von über 61.000 Euro. Das vor Renovierungsbeginn aktuelle Angebot ergab die Summe von 76.000 Euro. Dieser Betrag kann jedoch durch Eigenleistungen von Gemeindemitgliedern in erheblichem Umfang gemindert werden.

Ein Spendenkonto wurde eingerichtet, auf welches die Spendengelder eingezahlt wurden. Dies ergaben sich durch die vielen Einzel- und einigen Großspenden, durch Erwerb von Pfeifenpatenschaften sowie Erlösen aus durchgeführten Konzerten. Wertvolle (Geld)-Hilfe erbrachten auch die Erlöse von privat gebastelten Orgelengeln, selbst hergestellter Orgelmarmelade, gebundenen Krautwischsträußen sowie Versteigerungen an Pfarrfesten. Speziell hergestelltes Orgelbier und selbst gezogene Orgelblumen fanden ebenfalls reißenden Absatz. Um all diese Dinge kümmerte sich der "Ausschuss Orgelrenovierung" mit Pfarrer Peter Serf, Organist Marc Schönenberger, Peter Schönenberger, Orgelbauer Hubert Tabellion und Franz Rebmann.

Durch die jahrelange Nichtnutzung des Instrumentes fand keine Wartung mehr statt. Durch die Luft- und Temperaturschwankungen waren alle Lederteile verschlissen und mussten erneuert werden. Weitere Arbeiten waren Schimmel- und Holzwurmbehandlung, Neubelegen der Manualklaviaturen, Neugarnieren der Pedalklaviatur, Erneuerung der kompletten elektrischen Anlage, Reinigung des Orgelgehäuses und des kompletten Pfeifenwerkes, Herrichten der Windladen, Pfeifenstöcken, Kanzellen, Membranenleisten und Tonmagneten, Komplettüberholung des Spieltisches, Nachintonation und Generalstimmung.

Früher als ursprünglich geplant konnte mit den umfangreichen Arbeiten am 14. Januar 2019 begonnen werden mit vorbereitenden Arbeiten, die Pfarrer Peter Serf, Franz Rebmann, die Orgelbauerin Mona Planitzer und Orgelbauer Hubert Tabellion durchführten.

Nach dem Ausbau aller Orgelpfeifen, die sorgfältig nach Registern geordnet auf der Empore gelagert wurden und dem Ausbau der Membranenleisten und Pfeifenstöcke, tauchten verdeckte Mängel auf, die zuvor nicht erkennbar waren.

Es zeigte sich, dass einige Registerkanzellen so stark vom Holzwurm befallen waren, dass die dadurch entstehenden Undichtigkeiten die technische Funktion und Intonation der Pfeifen beeinträchtigen. Nun mussten die Kanzellen geöffnet, die Kegelventile ausgebaut und nach der Wurmbehandlung die Kanzellen wieder abgedichtet werden. Auch die Registereinschaltmembranen mussten erneuert werden.

Doch entgegen aller Widrigkeiten verschrieben sich den Eigenleistungsaufgaben Elisabeth und Bruno Schuster, Marc und Peter Schönenberger, Maria und Franz Rebmann, Robert Paulus und Matthias Bruckmann unentgeltlich aber mit viel Herzblut dem wertvollen Späth-Instrument. Federführend waren die Angehörigen der Firma Orgelbau Mayer, Mona Planitzer und Hubert Tabellion.

Genau drei Monate später, am 14. April 2019, erstrahlte wieder herrlicher Orgelklang in der Rentrischer Pfarrkirche. Zum ersten Mal seit 1994 erklang für die Gottesdienstbesucher und zur Ehre Gottes das wertvolle Späth-Instrument in voller Klangpracht. Erfreuen wir uns an den Worten von Matthias Balzer, dem Orgelsachverständigen der Diözese Trier, der im Februar 2018 in seinem Gutachten schrieb: "Man kann davon ausgehen, dass die Späth-Orgel bei Wiederinbetriebnahme entsprechend ihres Baujahres (1948) einen hervorragenden Klang entwickeln wird". Dies ist mit Sicherheit eingetroffen.

 

Selbst wenn die Orgel wieder gespielt werden kann, sind  weiterhin Spenden nötig. Denn die bisherige Spendensumme reicht noch nicht aus, um die Renovierung komplett bezahlen zu können. Auch für den abzuschließenden Wartungsvertrag sind noch Gelder willkommen. Dieser Vertrag ist sinnvoll, um  das wertvolle Instrument  immer überprüfen zu können und eventuell anfallende Defekte sofort zu beheben.

Deshalb sind hier die Spendenkontodaten genannt:

Kath. Kirchengemeinde Heilige Familie

KSK Saarpfalz

IBAN: DE 41 5945 0010 1030 2939 12.

Auch Pfeifenpatenschaften sind weiterhin möglich. Informationen hierzu sind im Pfarrbüro erhältlich unter Telefon 0681/814609.

 

Franz Rebmann