Annette Thoma und die „Deutsche Bauernmesse“

Die „Deutsche Bauernmesse“ ist eine Messe, die von der Volksliedpflegerin Annette Thoma zusammengestellt und getextet wurde. Als Grundlage für ihre Messe nahm Thoma alte Lieder und Weisen aus dem bayrisch-österreichischen Alpenland. Kernstück der Gesänge ist der bekannte Andachtsjodler, welcher 1830 in Sterzing aufgezeichnet wurde. Im Original gesetzt wurde die Messe für Dreigesang und Stubenmusik, liegt jedoch auch in einer Bearbeitung für gemischte Chöre mit Begleitung vor. Erstmals aufgeführt wurden die Gesänge am 29. Juni 1933 in der Badkapelle in Wildbad Kreuth.

Die Entstehung der Messe fiel in eine Zeit liturgischer Reformbestrebungen, durch die erstmals die Volkssprache neben dem Lateinischen als liturgische Sprache einen höheren Stellenwert erlangte.

Die Bauernmesse ist in ihrer originalen Form sehr populär und aufgebaut in den Teilen Kyrie, Gloria, Credo, Offertorium, Sanctus, Andachtsjodler, Bendictus und Agnus Dei. 

Das Werk fand weite Verbreitung und führte zur Renaissance des geistlichen Volksliedes in Bayern.

Annette Thoma, geboren am 23. Januar 1886 in Neu-Ulm, verstorben am 26. November 1974 in Ruhpolding, war eine deutsche Volksliedpflegerin und ist bekannt durch die Schöpfung der „Deutschen Bauernmesse“. Als Annette Schenk geboren, lebte sie nach ihrer Eheschließung mit dem Maler Emil Thoma in Riedering im Kreis Rosenheim. Thoma arbeitete bei der Pflege des bayrischen Volksliedes eng mit Kiem Pauli zusammen, welchen sie im Jahr 1930 kennengelernt hatte.

Annette Thoma wurde 1952 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 1964 erhielt die „Grande Dame“ des geistlichen Volksliedes den Bayrischen Verdienstorden und 1974 den Bayrischen Poetentaler.

„Singen schlägt Brücken.“ Getreu diesem Motto gestalteten die Kirchenchorgemeinschaft Heilige Familie Rentrisch und St. Ursula Scheidt und der MGV Frohsinn aus St. Ingbert am Sonntag, dem 14. Dezember 2025 um 9:15 Uhr in der Pfarrkirche Heilige Familie in Rentrisch  einen Festgottesdienst, geleitet durch Pfarrer Peter Serf. Zur Aufführung vorbereitet war die erwähnte Messe.

Gemeinsam miteinander zu singen macht Freude. Diese war zu spüren im Gotteshaus unter den Sängerinnen und Sängern, aber auch bei den anwesenden Gläubigen, welche sich lobend bei den Ausführenden bedankten und herzlich applaudierten.

Maren Gubernatur, Dirigentin der Kirchenchorgemeinschaft, war verantwortlich für die Leitung der beiden Chöre. Die Begleitung an der Orgel hatte Jan Hendrik Dithmar, Chorleiter des MGV Frohsinn, übernommen.

Franz Rebmann