Der Festgottesdienst zum Weihnachtsfest 2025, zentral gefeiert für die Katholische Pfarrei Scheidter Tal St. Remigius, zelebriert durch Pfarrer Peter Serf, wurde durch die Sängerinnen und Sänger der Kirchenchorgemeinschaft Heilige Familie Rentrisch und St. Ursula Scheidt bereichert mit der wohl bekanntesten Komposition von Ignaz Reimann, der „Pastoralmesse in C-Dur, op. 110“, welche auch als „Christkindlmesse“ bezeichnet wird. Neben der singenden Gemeinschaft musizierten auch die Solisten Maria Schleede, Sopran, Roswitha Mohr, Alt, Peter Lanzloth, Tenor und Franz Rebmann, Bass. Die Begleitung hatte Hubert Tabellion an der Späth-Orgel übernommen. Sehr gut vorbereitet durch die Chorleiterin Maren Gubernator, welche die Gesamtleitung inne hatte, wurden neben dem Kyrie, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei auch die Sätze „Brich an, o schönes Morgenlicht“ von Johann Sebastian Bach und das „Weihnachtswiegenlied“ von John Rutter aufgeführt. Mit herzlichem Applaus bedankten sich die Gläubigen am Ende des Gottesdienstes bei allen Ausführenden.

Der Verfasser der „Pastoralmesse“, Ignaz Reimann, war ein deutscher Lehrer, Kirchenmusiker und Komponist. Im Landkreis Glatz in der damaligen Provinz Schlesien wurde er am 27. Dezember 1820 in Albendorf geboren und verstarb in Rengersdorf am 17. Juni 1885. Seinen ersten Musikunterricht erhielt Reimann von seinem Vater, der Gastwirt und Musiker im schlesischen Marienwallfahrtsort Albendorf war. Ein Schullehrer, auch Kantor im Ort, bemerkte das musikalische Talent von Reimann und bildete ihn im Orgelspiel aus. Während des Besuchs des Seminars für Schullehrer in Breslau von 1838 bis 1841 kam Reimann mit der sogenannten Breslauer Schule in Berührung, wo Joseph Schnabel als Musikdirektor und Domkapellmeister tätig war. Dieser übertrug seinem Zögling wegen dessen hervorragenden musikalischen Leistungen das Amt des Musikleiters im Seminar. Wegen des Mangels an singbaren Werken betrachtete es Reimann als seine Lebensaufgabe, eine Lücke zu schließen zwischen der alten und neuen Kirchenmusik. Volkstümlichkeit und Eingängigkeit zählen zu den Wesensmerkmalen seiner Musik, welche Anerkennung und schnelle Verbreitung in Schlesien und darüber hinaus fand. Aus der Ehe mit seiner Frau Caroline, mit welcher Reimann 35 Jahre verheiratet war, gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor. Der älteste Sohn, Heinrich, wurde als Musikwissenschaftler, königlicher Bibliothekar und Organist an der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche bekannt, der zweite Sohn, Franz, wurde Lehrer und Chorleiter im schlesischen Striegau.
Über 800 Kompositionen zählt das Werkverzeichnis von Ignaz Reimann. Zu Beginn des 2002 gegründeten Ignaz-Reimann-Festivals stand die Aufführung der „Pastoralmesse op. 110“, der sogenannten „Christkindelmesse“, einem vor allem um die Weihnachtszeit häufig aufgeführten Werk, welches nun im Gotteshaus in Rentrisch zu hören war.
Franz Rebmann
